Babybauch und nu?

Ich war bereits in der achten Woche, als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr. Auf einen kurzen Schockmoment –ich hatte Silvester noch ausgiebig gefeiert- folgten Freude, Aufregung und diverse Fragen, die mir plötzlich durch den Kopf schwirrten:

Kann ich weiter trainieren? 

Muss ich etwa eine Trainingspause einlegen?

Was darf ich überhaupt noch machen? 

Ist CrossFit die richtige Sportart für mich? 

Und so weiter, und so fort…

Wäre es nach meinem Gynäkologen gegangen, den ich im Übrigen sehr schätze, hätte ich eine Sportpause einlegen sollen. Besonders in den ersten Schwangerschaftswochen raten Ärzte oftmals dazu. Auch das Internet war keine große Hilfe. Die wenigen Berichte, die ich finden konnte, waren sehr allgemein oder nur Erfahrungsberichte, die, wie sich später rausstellte, teilweise falsche Empfehlungen aussprachen. Blöd!

Ich erklärte meinem Arzt also die Sportart CrossFit und wir konnten uns darauf einigen, dass ich „high-intensity“- sowie „kraftmäßig“ kürzer trete. Ich verringerte unter anderem die Intensität, machte kein WOD mehr For Time und auch die 1, 3 oder 5 RMs waren Geschichte.

Während der WODs etablierten sich dabei zwei Faustregeln für mich:

1. Sprech-Test:
Wenn ich will, kann ich mich während des WODs jederzeit ohne Schnappatmung unterhalten

2. Energie-Test:
Nach dem WOD erhole und regeneriere ich mich relativ schnell, meist innerhalb der ersten zwei bis fünf Minuten. Ich fühle mich gut, aber nicht völlig ausgepowert.

Diese beiden Tests sind zwar sehr individuell, da sie abhängig vom Konditionslevel sowie der Tagesform sind. Dennoch sind sie simpel und leicht durchzuführen und lassen wenig Spielraum für Interpretationen.

Ich machte also weiter fleißig CrossFit. Allerdings trainierte ich alles andere als verbissen, was in der Gruppe manchmal gar nicht so einfach war. Und auch nur so wie es mir gut tat und an Tagen, an denen ich mich gut fühlte. Im Klartext bedeutete das zwei bis drei Mal in der Woche. Es gab aber auch ab und an mal eine Woche, in der ich komplett pausierte, weil ich zu müde war.

Ich fing an, mich mit dem Thema zu beschäftigen, las viel (wenn auch wenig vorhandene) Fachliteratur, sprach mit Ärzten, Hebammen, Müttern und hörte natürlich weiterhin auf mein Bauchgefühl.  Mit dieser Kombi aus persönlicher Erfahrung, Fachwissen sowie Expertenmeinungen bin ich sehr gut gefahren. Ich konnte bis drei Tage vor der Entbindung Sport machen. Mein Baby ist gesund und munter zwei Tage vor dem geplanten Stichtag zur Welt gekommen. Obwohl die Geburt schmerzhaft und anstrengend war, bin ich mit vier Stunden ganz gut dabei gewesen.

Ihr seht also, Bewegung während der Schwangerschaft ist nicht nur möglich, sondern gut und wichtig!

Allerdings sollte man sich über einiges im Klaren sein, bevor man drauflos trainiert. Auch wenn viel Wahres dran ist an dem Satz: „Trainier‘ so, wie du dich fühlst!“, reicht es eben nicht nur, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, sondern es ist wichtig zu wissen, was warum im Training möglich ist und was nicht – gerade beim CrossFit.

Dieser Blog soll informieren und dabei helfen, das Training in der Schwangerschaft wieder zu dem zu machen, was es sein sollte: Spaß an der Bewegung.

 

 

Photocredit: Theodossios Theodoridis

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